Reisebericht 25. Kantonalschützenfest Graubünden


Ende Juni zog es die Schützen Hallau in die Graubündner Region Surselva, um dem dortigen Kantonalschützenfest beizuwohnen. Im Gegensatz zu den vorherigen Schützenreisen gab es diesmal weniger Erlebnis und mehr Schiessen, da wir nur eine Nacht unter Bündner Sternenhimmel verbrachten.
So ging es am ersten Tag erst gegen Mittag ans Beladen des Reisecars und, abgesehen vom Zwischenhalt bei der Maienfelder Raststätte Heidiland, direkt nach Rueun zum Festzentrum. Dort wurden die Gewehre kontrolliert und etikettiert. Dies erledigt und das Gemüt mit Calanda beflügelt führte uns der Weg durch die Surselver Bergkulisse über wasserfallgesäumten Strassen zum Hotel in Flims.


Nach dem Einchecken und dem sich Zurechtfinden in den katakombenänhlichen Gängen des Hotels versammelte man sich bald schon zum Abendessen. Dieses war nicht nur schön anzuschauen, sondern schmeckte auch. Nur der empfohlene Wein wurde angesichts des Preises dankend abgelehnt und eine bezahlbarere Alternative bevorzugt.
Mit einem Schlummertrunk in der Gartenbeiz bereitete man sich auf den Schlaf vor, um am nächsten Morgen zur frühen Stunde munter zu sein.
Als des nächsten Tages das Morgenbuffet von hungrigen Mägen arg reduziert wurde, galt unser Ziel sodann dem Schiessstand im Safientaler Ort Versam. Der Reisecar konnte uns sogar direkt vor dem Stand ausladen und musste nur einmal ein Kehrmanöver einleiten.


Wie immer wurde die Munitionsabgabestelle sofort von grünrot-gekleideten Schützen umringt und die Gewehre lagen schon vor Schiessbeginn auf den Lägern bereit. Pünktlich fiel dann auch der erste Schuss und das Rennen um die Kränze und gute Platzierungen begann.
War der Schiessstand selbst sehr angenehm, hatte das Wetter, wie so oft, etwas gegen ein reibungsloses Schiesserlebnis einzuwenden. Denn die gnadenlos scheinende Sonne zauberte gemeinsam mit dem Schatten ein für das Auge schwieriges Zielbild durchs Diopter. So zogen es vor Allem am Vormittag die meisten Schützen vor, vom Festwirtschaftsangebot Gebrauch zu machen und nur dann und wann im Stand vorbei zu schauen, ob sich denn die Sicht verbessert hätte. Dank der direkten Übertragung der Zielscheibenmonitore auf einen grossen Fernseher im Festzelt konnte währenddessen sogar mit den schiessenden Kameraden mitgefiebert werden.


Nachmittags drehte die Sonne den Regler auf, was nicht nur Schützen in dicken Schiessjacken zu spüren bekamen. Auch die bis anhin im Festzelt verweilenden Hallauer suchten Abkühlung. Einige zog es in die etwas kühlere, im Gebäude befindliche Schützenstube. Andere erfreuten sich am Schatten und frischen Wind der standnahen Aussichtsplattform, die nebst Erfrischung auch einen tollen Blick auf den Vorderrhein und der zerklüfteten Ruinaulta, der Rheinschlucht, anzubieten hatte.
Während im Stand die letzten Schüsse abgegeben wurden, versammelten sich jene Schützen, die das Stichheft bereits gefüllt hatten, an einem Tisch unter einem Schatten spendenden Baum, fachsimpelten, lamentierten (fast ein Jeder musste mindestens ein Resultat unter Kranzlimite hinnehmen), lachten und warteten auf die letzten Schützen, damit die Heimfahrt in Angriff genommen werden konnte.


Trotz sengender Hitze und schwieriger Sicht konnten durchaus viele Erfolge gefeiert werden. Nicht nur wurden beeindruckende Einzelresultate geschossen, auch als Verein konnten wir uns im vorderen Drittel mit 92.553 Punkten auf Rang 89 von 307 Vereinen platzieren. Im Gruppenwettkampf jedoch mussten die unter dem Namen „Orkan“ antretenden Hallauer den 90. Rang von 125 Gruppen mit 2186 Punkten hinnehmen.

Nachdem die letzte Flasche leer auf den Tisch gestellt wurde, ging es zurück nach Rueun zum Festzentrum, um die gewonnen Kränze, Gaben und Geldgutscheine in Empfang nehmen zu können. Wie es so ist, wenn man am letzten Tag des Schützenfestes schiesst, präsentierte sich der Gabentempel bedenklich geschrumpft und Schützen, die den fünffachen Kranz abholten wollten, mussten sich mit Nachsendungen per Post vertrösten lassen. Schnell noch eine Bratwurst vertilgt, eilte es wohl einigen Hallauern und man war flugs wieder im Bus Richtung Schaffhauserland.
Ohne Pause, der Chauffeur musste seine Fahrzeiten einhalten, ging es dann auf der unglaublich langen Strecke nach Hause, welches wir gegen halb Zehn Uhr abends auch erreichten.
Das Gepäck in die Autos geladen, verabschiedete man sich voneinander in die verdiente Sommerpause und realisierte, dass man schonwieder vergessen hat, ein Gruppenfoto zu machen.

Marcel Weber, für die Schützen Hallau

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