Reisebericht 40. Kantonalschützen-fest Bern


Nicht ganz so früh morgens wie letztes Mal versammelten sich die Schützen Hallau wie jedes Jahr auf dem Bank/Post-Platz in Hallau, um per Reisecar in den Berner Jura zu gelangen. Dort, rund um den Chasseral, fand in diesem Jahr das Berner Kantonalschützenfest statt, an welchem wir beschlossen haben, teilzunehmen.


Zuvor mussten wir aber durch den Berufsverkehr und bekannte Staustrecken navigieren, ehe wir dann in Suhr einen ersten Zwischenhalt in einem Café einlegen konnten, welches unsere Portmonees angesichts der Preisklasse von zu viel Ballast befreite. Davon nicht betrübt nahmen wir die nächste Etappe in Angriff: Die Strecke nach Sornetan im Petit-Val. Die Fahrt dorthin dauerte länger als angenommen, da unser Car nicht für die vom Navigationsgerät festgelegte Route geeignet war. Und so lernten wir das Gebiet um Tavannes und Sornetan halt etwas besser kennen als geplant. Den Gesichtern der Einwohner nach zu urteilen kam es wohl eher selten vor, dass sich ein Car dieser Grösse gewisse Strassen hochschlängelt.

In Sornetan angekommen stand das Mittagessen im Centre Sornetan auf dem Programm. Erfreulicherweise waren die Portionen diesmal grosszügig, und auch Nachschlag wurde angeboten und eifrig angenommen.

Kaum den Magen gefüllt, machten wir auf dem Weg zum Festzentrum in Reconvillier einen Abstecher ins Maison de la Tête de Moins, jenem Hause, wo der berühmte Schabkäse hergestellt wird. Einer mental sehr herausfordernden Führung – der Führer sprang zwischen den Themen hin und her wie ein Pferd auf dem Schachbrett und redete dabei in einer Kadenz, die unseren Sturmgewehren Konkurrenz machen konnte – folgte eine geschmackliche Herausforderung: Nämlich bei der Degustation zu entscheiden, welcher der Tête de Moins-Sorten besser schmeckte.

Gut gelaunt dank der Degustation begaben wir uns alsdann nach Reconviliers, um unsere Gewehre prüfen und kontrollieren zu lassen. Einmal mehr bewies der Chauffeur, dass er seinen Car im Griff hatte, da der Weg dorthin sehr eng war.

Nach erfolgreicher Waffenkontrolle ging es dann hinab nach Biel, um das Quartier zu beziehen. Jenes fanden wir in einem Hotel mehr oder minder mitten in der Stadt. Dort angekommen bemerkten wir auch, dass das Bieler Stadtfest, die Braderie, in vollem Gange war. Aber erst das Nachtessen einnehmen.

Jenes ist schon jetzt zu einer Legende und Nährboden vieler Anekdoten avanciert. Der Hauptgang wurde begleitet von mehr roh als gekochten Kartoffeln, welche nachträglich Energiewendekartoffeln getauft wurden, begleitet. Dem in nichts nachstehend das Dessert: Schockoladenpulver mit Wasser gemischt. Dies nötigte gewisse Schützen, die Bratensauce vom Hauptgang dem Pudding vorzuziehen, was der Situation immerhin allgemeine Erheiterung zutrug.

Abends wurde noch das Stadtfest besucht, wo es in der Tat viel zu sehen gab. Nebst den vielen Ständen, welche unter anderem zweifelhafte Ware feilboten waren es vor Allem die Festbesucher selbst, denen unser Interesse galt.


Nächstentags stand dann der Hauptgrund für unseren Besuch im Berner Jura auf dem Plan: Das Schiessen. Also begaben wir uns früh Morgens nach Cortébert, wo wir den ganzen Tag auf einem kleinen, gänzlich aus Holz gezimmerten Schiessstand verbringen würden. Die Verhältnisse vor Ort schienen augenscheinlich gut zu sein, was sich im Laufe des Tages als besonders trügerisch herausstellte. Tatsächlich gab es einige Überraschungen und verdutzte Gesichter ob gewissen Resultaten. Besonders am Nachmittag schien es den Hallauern gar nicht gut zu gelingen und es schlichen sich viele mysteriöse tiefe Treffer ein. Dennoch konnten sich einige Resultate durchaus sehen lassen und wir sicherten uns den 36. Rang in der Vereinskonkurrenz mit einem Durchschnitt von 93.028 Punkten. Leider war ein Schütze der angemeldeten Gruppe wegen Krankheit nicht in der Lage, mit uns mitzureisen und so ist der „Starker Sturm“ nicht rangiert.

Zurück im Festzentrum zwecks Abrechnung stellten wir erfreut fest, dass trotz unserem Besuch gegen Ende des Schützenfestes noch genügend Kränze vorhanden waren.

Der weitere Abend bot eine Überraschung in Form eines Abendessens ausserhalb des Hotels, was von allen Schützen mit wohlwollender Erleichterung zur Kenntnis genommen wurde. Jenes Überraschungsessen wurde in einem Weingut abgehalten, idyllisch gelegen am Bielersee ausserhalb von Ligerz. Ein wahrer Gaumenschmaus mit fast nicht enden wollendem Nachschlag entschädigte mehr als genug für das vergangene Abendessen und den ansonsten eher weniger zufriedenstellenden Tag.

Müde von den Anstrengungen suchte jeder alsbald das Nachtquartier auf, um an nächsten Tage fit für die Heimreise zu sein.


Bevor wir diese antraten stand jedoch noch ein Rundgang durch die Bieler Altstadt auf dem Programm. Dort zeigte sich deutlich der Unterschied zu Schaffhausen: Wo unsere Altstadt liebevoll gepflegt daher kommt, sind in Biel die Standards für Schönheit wohl mit anderen Mitteln gemessen.

Dem Rundgang folgte der Weg zum Bielersee, wo ein Schiff bereits darauf wartete, uns auf dem Seeweg nach Solothurn zu bringen, wo wir dann vom Car abgeholt wurden. Auf dem Schiff wurde noch gespeist und die meisten verbrachten die Fahrt auf dem Oberdeck, das angenehm kühle Wetter geniessend.

In Solothurn angekommen erwartete uns auch schon der Chauffeur und das letzte Teilstück der Reise begann. Schneller als erwartet, da wenig Verkehr herrschte, kamen wir gegen fünf Uhr nachmittags wieder in Hallau an.

Eine abenteuerliche Reise mit Höhen und Tiefen, sowohl beim Schiessen als auch beim Essen (diesmal aber nicht wegen der Portionen) ging zu Ende und die Sommerpause konnte eingeläutet werden.

Marcel Weber, für die Schützen Hallau

Weitere Bilder finden Sie in der Galerie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.