Vancouver Fernwettkampf


 

Dem ein oder anderen, sicherlich aber den aktiven Schützen wird der Vancouver Fernwettkampf ein Begriff sein. Man misst sich mit der Swiss Canadian Mountain Range Association (SCMRA), einem schweizer Schützenclub in Kanada, nach schweizer Regelwerk. Doch, wer macht da alles mit? Wer ist diese SCMRA überhaupt, und wie läuft das dort ab?

Geschichte & Schiessanlage

Gegründet wurde die SCMRA im Jahre 1964, der Fernwettkampf wurde sogelich ein Jahr später zum ersten Mal ausgetragen. Der Club untersteht nicht nur dem kanadischen, sondern auch dem schweizer Schützenverband SSV. Dies macht den Fernwettkampf mit hunderten schweizer Schützenvereinen (man beachte die imposanten Ranglisten) erst möglich. Anders als manch amerikanischer „Schweiz-Club“, welche auf 100m auf in der Grösse angepassten Zielscheiben schiessen, hat die SCMRA tatsächlich eine echte elektronische 300m Anlage nach schweizer Vorbild, auf jener auch das Feldschiessen authentisch geschossen werden kann. Nebst der 300m-Anlage besitzt die SCMRA auch eine 50m-Bahn für Pistolenschützen. Auch Bereiche für das Armbrust- und Tontaubenschiessen sind vorhanden. Das Schützenhaus, eröffnet 1982, erinnert an ein Chalet.

Die Anlage befindet sich versteckt nahe eines Steinbruchs, in den Wäldern von British Columbia. Spitzfindigerweise nicht in Vancouver direkt, sondern rund 30km weiter östlich in Coquitlam, was aber zum Vancouver Metro Distrikt gehört. Vancouver lässt sich auch leichter aussprechen als Coquitlam…

Mitglieder & Waffen

Die SCMRA hat relativ strenge Richtlinien, welche die Mitgliedschaft betreffen. Einer sechsmonatigen Probezeit geht eine ausführliche Hintergrundprüfung voraus, zudem ist die Mitgliederproportionalität (Schweizer zu Kanadier) auf 70:30 beschränkt. Hauptsächlich gehören dem Club ausgewanderte Schweizer oder deren Nachkommen an; Kanadier seien vor Allem wegen dem hohen internationalen Standard der Anlage und des Schiessbetriebs dabei. Die Gesamtmitgliderzahl beläuft sich auf etwa 100.

Geschossen wird hauptsächlich mit Karabiner 31, seltener mit Sturmgewehr 90 und Standardgewehr. Da Kanada und Nordamerika im Allgemeinen strenge Gesetze zum Waffenbesitz (Kanada) und Waffenimport (Nordamerika) haben, ist das Sturmgewehr 57 sehr selten dort anzutreffen. Die Preise in den USA bewegen sich im hohen vierstelligen, manchmal sogar fünfstelligen Bereich. Der Grund dafür ist ein Importverbot aus den frühen 90ern, das den Import von Sturmgewehren praktisch verunmöglichte. Nur wenige Exemplare des Stgw 57 schafften es vor dem Verbot nach Nordamerika. Nichteinmal das speziell für den amerikanischen Markt gefertigte SIG AMT bleibt von der Preisexplosion verschont. Der Karabiner 31 bleibt daher das beliebteste und verbreitetste schweizer Gewehr in Nordamerika.

Schiess- und sonstige Anlässe

Nebst dem Vancouver Fernwettkampf nimmt die SCMRA seit 1979 regelmässig an kantonalen Schützenfesten in der Schweiz teil. Zwar nur als Fernwettkampf, jedoch reisen sie alle fünf Jahre in die Schweiz, letztmalig ins Wallis mit 22 Schützen. Im Kalender ist auch das Feldschiessen zu finden – genauso wie der schweizer Nationalfeiertag und ein Jassturnier. Betrachtet man die Fotos auf der Webseite der SCMRA, so stehen auch Lampionumzug, Zopfbacken, Fondueplausch und immer wieder Alphörner auf dem Programm.

Natürlich gibt es auch Schiessalässe, die nicht den Reglementen des SSV unterstehen.

Links

Webseite (nur in Englisch)

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